Heute

Die Elemente sind gegen mich. Es ist einer dieser Tage, an denen nichts gelingt, mehr noch, an denen alles grandios scheitert, an denen ein Scheitern das nächste gleich einfädelt, an denen dem Scheitern nicht zu entkommen ist, weder duch besten Willen, noch durch Konzentration, Hartnäckigkeit oder Unbeirrtheit. Schon das Anschließen das Fahrrades im Hof. Es gibt zu wenige Plätze, an denen ein Fahrrad befestigt werden könnte, die einzige Möglichkeit eines Anschließens bot nur noch das Törchen am Abgang zur Kellertreppe, wo sich das Schloß knapp um den Torpfosten legen liess. Das Rad, welches rückwärts eingeparkt werden musste, weil es auf diese Weise enger an der Wand zu stehen kam, musste dafür auf einem schmalen seitlichen Sims, kaum 20 cm breit, platziert werden. Das Hinterrad ist abgerutscht und mit mir ein, zwei Stufen hinab. Manchmal lässt so ein Vorfall erahnen, was noch kommt. In der Wohnung angekommen die Schuhe ausgezogen. In die Küche, mit Appetit, ein wenig Quark zubereitet. Versuch, zu spülen. Die Glasschale entwand sich im Becken unter der Hand, folgenlos, aber auch das ein Zeichen in dieselbe Richtung. Den Espressokocher aufgeschraubt, den Siebträger entnommen, um ihn im Biomüll auszuleeren, aber am noch geschlossenen Eimer hängengeblieben und den Prütt hinter den Eimer geschleudert. Das ganze Fach versaut. Den Eimer rausgeholt, die Sauerei weggemacht, dabei kippt das Ding um und der Biomüll liegt auf dem Boden. Gestern eigenhändig gewischt.

 

An den Schreibtisch, dort kann nicht viel passieren. Drucken wollen. Das dicke Papier nehmen, das, was immer komische Geräusche macht, wenn der Drucker es sich einverleibt. Aber bisher ging es. Diesmal geht es nicht, es ist ein hohles Fauchen, Saugen, Schleifen, ein Gejammer und Geklapper. Dann schiebt sich das dicke Papier hinein, aber es wird unbedruckt ausgespuckt, erst das nächste Blatt, das dünne, wird bedruckt. Ein neuer Versuch, dieselben Geräusche, doch ohne jeden Papiereinzug. Dann plötzlich Stille, ein rot blinkendes Lämpchen, das Zeichen für Papierstau. Die Cassette herausgenommen, das Blatt ganz hinten hängen sehen. Ausschalten das Gerät, bevor der Stromschlag kommt, so klar bin ich noch. Hineingegriffen und das Papier am Wickel aber es sitzt fest, bewegt sich keinen Millimeter. Die obere Klappe auf, doch dort ist noch nichts angekommen, dort kann also nicht gezogen werden. Also nochmal untenrein, nochmal ziehen. Das sicht- und greifbare Stück Papier dabei vollkommen abgerissen. Null Papier mehr zu sehen, aber fast alles noch drin. Das Gerät nach vorne bugsiert, hinten noch eine Klappe entdeckt, sie geöffnet und ein Fach dahinter, das herausgezogen werden kann. Das Fach dann in der Hand, die Hände dann schwarz. Beim Händewaschen flutscht die Seife durchs Badezimmer. Flutschen und fliegen fängt beides mit fl an. Nichts als ein Flapsus. Mit sehr sauberen Händen zurück, das Fach wieder rein und endlich, endlich den Rest Papier zu fassen kriegen und ihn tatsächlich auch rausgezogen bekommen. Dann einen Druck starten wollen und realisieren: Es war zuviel, das Teil ist erledigt.