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Atmosphären

Müssen sie ein Zufall sein?

Atmosphären? Atmosphären!
Solange ich zurückdenken kann, arbeite ich mit Atmosphären. Jahrzehntelang allerdings, ohne mir dessen bewusst zu sein. In meinen Tätigkeiten als Beraterin, Designerin, Künstlerin und Schriftstellerin war es mir immer ein Anliegen, den Horizont weit genug zu öffnen, interdisziplinär zu denken und den richtigen Ansatzpunkt für eine Lösung zu finden. Dabei zeigten sich mir immer wieder auch die Grenzen allen gestalterischen Tuns:

Das schönste Gebäude verliert seine Ausstrahlung, wenn es leer steht.
Schöne Umgebungen können Befangenheit und Unbehagen auslösen.
Die Attraktivität einer Straße wird irrelevant, wenn dort ein Unglück geschieht. 

Es gibt unscheinbare, wenig schöne Orte, an denen man sich pudelwohl fühlt.

Die eleganteste Einrichtung wird fade, wenn Anspannung herrscht.

Zusehends erschien mir die Suche nach „dem Schönen, Harmonischen und Wohlgestalteten“ bei vielen Problemen nicht allein zielführend, manchmal gar hinderlich. Auch kam früher oder später dabei immer die Frage des individuellen Geschmacks und damit der Willkür ins Spiel. Wie aber konnte es sein, dass es Situationen oder Umgebungen gab, in denen sich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, Geschmäcker und Vorlieben gleichermaßen wohlfühlen konnten? Wie konnte es sein, dass manche Dinge, die gar nicht schön oder bewusst gestaltet waren, dennoch rundheraus richtig schienen? Es musste etwas geben, das jenseits von individuellen Vorlieben und gutem Geschmack wirksam ist. Doch was war das? Wo lag der Ansatzpunkt für selbstverständliche, überzeugende Lösungen, wenn selbst interdisziplinäre Arbeit und hochqualifizierte Fachleute offensichtlich kein zuverlässiger Garant für gute Atmosphären waren? Atmosphären! – Das Wort tauchte ganz beiläufig auf, doch ich wusste sofort, exakt das ist es.

Was sind überhaupt Atmosphären? Wie kann man sie fassen und mit ihnen arbeiten? Dem Begriff wird seltsam wenig Beachtung geschenkt. Es schien nur zwei Zugangswege zum Thema zu geben: einen aus der ästhetischen Richtung, den anderen aus der sozio-psychologischen. Doch beiden Sichtweisen schien es nicht zu gelingen, das Phänomen als Ganzes zu erschließen. Ich beschloss, das Thema selbst zu erforschen. Je intensiver ich mich damit auseinandersetzte, desto deutlicher trat hervor, dass Atmosphären nicht nur von Anfang an der verborgene Dreh- und Angelpunkt meines eigenen, vielfältigen kreativen Schaffens gewesen waren, sondern auch, dass ich aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrung ein besonders tiefes Verständnis und Gespür für sie entwickelt hatte.


Neues Atmosphärisches Denken!
Atmosphären sind immer und überall um uns herum. Sie sind machtvoll und haben einen enormen Einfluss auf unseren Alltag und unser tagtägliches Befinden. Seltsamerweise aber schenken wir ihnen keine Beachtung. Wir thematisieren Atmosphären nicht und nehmen sie als Zufallsprodukte oftmals einfach hin! Es ist paradox: obwohl wir ihnen ausgesetzt und teilweise ausgeliefert sind, sie zusätzlich noch permanent erzeugen und empfinden, kümmern wir uns nicht um sie und gestalten sie nicht bewusst. Das möchte ich ändern. 

Aus den üblichen Blickwinkeln bekommen wir das Phänomen der Atmosphären nicht zu fassen. Entweder verfangen wir uns in der Frage, ob sie subjektiv oder objektiv sind. Oder wir halten sie für rein sozial oder rein ästhetisch bedingt. Oder wir verorten sie im Bereich des Irrationalen, Esoterischen. Doch keine dieser Sichtweisen erschließt das Thema ganz. Wenn wir sie als Ganzes in den Blick bekommen wollen, müssen wir einen großen Schritt zurücktreten und unsere gewohnten Perspektiven verlassen. Wir müssen atmosphärisch fundamental neu denken! Das Neue Atmosphärische Denken bedeutet, sich von der Idee zu verabschieden, das Individuum stünde wahrnehmend der Welt mit ihren Atmosphären gegenüber. In meinem Neuen Atmosphärischen Modell sind wir selbst als Akteure integraler Bestandteil von Atmosphären.

Atmosphären setzen sich aus 5 Kräften zusammen: Raum, Akteure, Geschehnisse, Substanzielles und Flüchtiges. Jede dieser 5 Kräfte ist für sich allein in der Lage, Atmosphären 
auszulösen, zu beeinflussen, zunichte zu machen oder zu dominieren. Die 5 Atmosphärischen Kräfte stehen in ständiger, dynamischer Wechselwirkung miteinander. Sie sind der Schlüssel für das Gelingen atmosphärischer Intervention, denn ihr Zusammenspiel ergibt das, was wir als Atmosphäre wahrnehmen und empfinden.

Anker 1

Das Neue Atmosphärische Modell
Jede der 5 Atmosphärischen Kräfte kann eine Atmosphäre dominieren.

 Raum  Akteure   Geschehnisse   Substanzielles   Flüchtiges

Atmosphären müssen kein Zufall sein
Mein Neues Atmosphärisches Modell eröffnet einen neuen Zugang und neue Lösungswege für bestehende Aufgaben und Probleme. Es bietet sich an für jegliches gestalterisches Vorhaben von Städten und Gemeinden, von Unternehmen und Institutionen und sogar von Privatpersonen. In der Stadtplanung, bei Durchführung der Verkehrswende, bei Gründung eines Unternehmens, bei Lenkung eines Change-Prozesses oder bei Bau- und Sanierungsvorhaben aller Art ermöglicht mein Ansatz, Projekte mit einer erwünschten Wirkung zu realisieren. Wer beginnt, Atmosphären zu verstehen, kann schlummernde Potenziale in vielen Bereichen des Lebens zur vollen Entfaltung bringen.

Gestalten Sie erwünschte Atmosphären!
Um Atmosphären zu gestalten, müssen Potenziale und Hemmnisse erkannt werden. Hierbei ist es entscheidend, mit den Dingen und nicht gegen sie zu arbeiten. Die atmosphärische Arbeit geht nicht von Konzepten aus, sondern versucht, die Gegebenheiten im Rahmen ihrer Möglichkeiten maximal zu entfalten. Es geht dabei um Wirkungskräfte und Resonanzen. Ähnlich wie im fernöstlichen Kampfsport ist der Leitgedanke dabei, die Energien, Richtungen und Kräfte zu identifizieren, die den Dingen innewohnen. Sie zusammenzuführen, dort, wo sie Synergien entfalten können und sie geschickt aufzufangen, abzufedern und umzuwandeln, dort, wo sie gegeneinander laufen. So kann sich das atmosphärische Potenzial einer Sache voll entfalten. 

Den Atmosphären, die wir erzeugen, Beachtung zu schenken, ist aus mehreren Gründen lohnenswert: atmosphärische Ziele liegen jenseits von individuellem Geschmack und Neigungen, sie verfügen deshalb über ein größeres Konsenspotenzial als diese. Atmosphärische Ziele können ein gemeinsames Dach bilden für unterschiedliche persönliche, soziale, politische, ästhetische, technische, ökologische, ökonomische oder sonstige Positionen und Vorlieben. Sie können Planungsvorhaben einen Überbau großer Klarheit geben und so erheblich zu deren Akzeptanz und Erfolg beitragen. Selbst bei konkreten Problemstellungen oder verfahrenen Situationen bietet sich das Neue Atmosphärische Denken als überlegener Lösungsweg an, weil es nicht sachbezogen, sondern wirkungsbezogen ist und den Hebel an überraschend anderer Stelle anzusetzen vermag. 

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